Die Löwenbrücke im Berliner Tiergarten ist eine der außergewöhnlichsten historischen Fußgängerbrücken der Stadt.
Sie verbindet die Straße des 17. Juni mit der Fasanerieallee und führt über den Landwehrkanal – ein beliebter Übergang für die Parkbesucher.
2008 musste das Bauwerk jedoch gesperrt werden:
Morsche Holzbalken und Schäden an dem im Wasser stehenden Fundament machten die Brücke unsicher.
Die Standfestigkeit war nicht mehr gegeben, ein gefahrloser Übergang ließ sich schlicht nicht gewährleisten.
2014 schließlich der radikale Schritt: Bis auf die imposanten Widerlager mit den vier charakteristischen Bronzelöwen wurde die als eine der schönsten Brücken Berlins geltende Überführung komplett abgebaut.
Da eine Restaurierung aus statischen Gründen ausgeschlossen war, wurden in der Folgezeit immer wieder Stimmen laut, die den Wiederaufbau der denkmalgeschützten Hängeseilbrücke forderten.
Ab dem 4. September 2023 wurde die Löwenbrücke schließlich Schritt für Schritt wiederhergestellt. Die Bauarbeiten orientierten sich eng am historischen Entwurf von 1838. Der erhaltene Originalbestand – allen voran die berühmten Löwenskulpturen – blieben selbstverständlich bestehen, und bei allen Arbeiten wurde großer Wert auf traditionelle Techniken und möglichst originalgetreue Materialien gelegt.
Neben der eigentlichen Brückenkonstruktion wurden auch die Löwen sorgfältig überarbeitet und vergoldet.
Zudem entstanden neue Tragseile, die der Hängebrücke ihre charakteristische Silhouette zurückgeben sollten.
Seit Sommer 2025 ist die 17,3 Meter lange und 2 Meter breite Brücke vollständig saniert.
Sie erstrahlt – wie ihr Vorbild, die Löwenbrücke in St. Petersburg – wieder in voller Pracht und ist für die Nutzung durch Spaziergänger sowie Radfahrer freigegeben.
Quelle: www.morgenpost.de
Modersohn entwickelte und fertigte für die Rekonstruktion insgesamt 220 Spezial-Schweißkonstruktionen sowie mehr als 750 Zuschnitte und Profile in Sonderanfertigung.
Die Sonderkonstruktionen kamen an unterschiedlichen Stellen der Brücke zum Einsatz, unter anderem bei den Fachwerkdiagonalen, den Diagonalanschlüssen und den Geländern.
Besonders eindrucksvoll sind die vier eigens entwickelten Umlenksättel, die die Drahtseile in den Mäulern der Löwenskulpturen aufnehmen.