Die Geschichte der Garnisonkirche reicht fast 300 Jahre zurück und ist wechselvoll:
1731 begann man mit dem Neubau, nachdem die erste Kirche aus den Jahren 1720–1722 im märkischen Sand versackt war und wieder abgerissen werden musste.
Der Zweiten Weltkrieg traf die Kirche schwer: Ein Bombenangriff auf Potsdam ließ sie weitgehend ausbrennen.
1968 beendete die DDR-Regierung schließlich das Kapitel der Ruine und ließ das gesicherte Mauerwerk sprengen, um Platz für ein neues Rechenzentrum zu schaffen.
Doch die Idee eines Wiederaufbaus blieb lebendig:
Bereits in den 1990er Jahren legte die Aktionsgemeinschaft für den Aufbau der Potsdamer historischen Innenstadt e.V. (AGAPHI) ein Konzept für die schrittweise Wiedererrichtung des Glockenturms vor.
2004 folgte der „Ruf aus Potsdam“, unterzeichnet von über 100 Persönlichkeiten aus Brandenburg und Berlin – ein Appell für den vollständigen Wiederaufbau. Schließlich begann die Stiftung Garnisonkirche Potsdam 2017 mit den Arbeiten.
Seit 2024 zeigt sich der Kirchturm wieder in (fast) voller Größe und präsentiert im Inneren ein modernes Raum- und Nutzungskonzept.
Eine Ausstellung erzählt zudem die bewegte Geschichte des Ortes.
Äußerlich orientiert sich der Turm stark am barocken Original und bietet von der Aussichtsplattform einen beeindruckenden Rundumblick über ganz Potsdam.
Eine Besonderheit: Die Turmhaube fehlt bislang noch.
Ihre Bauteile entstehen derzeit in verschiedenen Werkstätten und werden anschließend am Boden neben dem Turm vormontiert.
Die Arbeiten dafür sind auf rund 20 Monate angesetzt.
Im Frühjahr 2027 soll die fertige Haube schließlich spektakulär per Kran an ihren Platz gehoben werden und das Bauwerk vervollständigen.
Quelle: garnisonkirche-potsdam.de